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Lucie Panzer meint

Ohnmacht lähmt – Gottvertrauen bewegt

Ein Mann steht auf einer Anhöhe und schaut in ein Fernrohr. Kolumne
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„Was bin ich?“ In dieser Ratesendung im Fernsehen mussten die zu Erratenden am Anfang eine für ihren Beruf „charakteristische Handbewegung“ machen. Der Politikberater Robert Peters fragt: Welche Handbewegung würden wohl die machen, die heute Verantwortung tragen in Politik und Gesellschaft? Und er mutmaßt: Wahrscheinlich ohnmächtiges Achselzucken. „Ich tue ja, was in meiner Macht steht. Aber bei den gegenwärtigen Herausforderungen kann ich eigentlich kaum etwas ausrichten.“

Ich gebe zu: Mir geht es an meinem Platz manchmal genauso. Robert Peters nennt das die „Selbstwirksamkeitskrise“ bei vielen, die irgendwo verantwortlich sind. Und er sagt: Daraus folgt, dass jeder immer nur Maßnahmen von den jeweils anderen fordert. Er meint: Der Glaube an die Selbstwirksamkeit ist nicht alles. Aber ohne ihn ist alles nichts. Wer nicht glaubt, dass er selbst etwas tun kann, der wird es nicht versuchen und also nichts erreichen.

Vor ungefähr 40 Jahren habe ich von dem Tübinger Theologen Jürgen Moltmann gelernt, dass es in den Zukunftsvorstellungen der Menschen Unterschiede gibt. Man kann die Zukunft als Futur begreifen. Dann ist die Zukunft bloß die Fortsetzung von Vergangenheit und Gegenwart. Alles bleibt, wie es ist, es wird nur schlimmer. Das macht Angst, die Menschen zucken hilflos mit den Schultern und werden zynisch. Man kann die Zukunft aber auch als Advent begreifen. Da kommt etwas. Da kann auch ganz Neues kommen, Gutes.

Schon die Propheten haben angekündigt, dass Gott alles neu machen wird. In diesem Jahr erinnern wir uns daran mit der Jahreslosung  „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5). Und dieses Neue, Gute hat schon begonnen, glauben wir Christen. Gott hat Christus auferweckt, Gottes neue Welt hat angefangen, mitten in dieser Welt der Ängste, der Sorgen und des Unheils. Wo Menschen in seinem Sinn handeln, kann etwas davon sichtbar werden. Und das ist kein blauäugiger Optimismus, sondern Vertrauen auf Gott, der alles neu macht.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?

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