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Lucie Panzer meint

Platzverweis für Jesus?

Das Bild zeigt eine Fußballmannschaft, die im Kreis zusammensteht. Kolumne
Canva

Der Fußballprofi Felix Nmecha habe einen „Christusfimmel“, habe ich in einer Tageszeitung gelesen. Nmecha hatte bei der Weltmeisterschaft gegen Curaçao ein Tor geschossen. Und nachdem Deutschland gewonnen hatte, hat er sich mit Spielern aus der gegnerischen Mannschaft zum Beten in einem Kreis aufgestellt. So, wie sich die Spieler oft auch mit ihrem Trainer aufstellen, um die Taktik zu besprechen: mitten auf dem Platz.

„Christusfimmel“: Mich hat dieses Urteil geärgert und verletzt. Ich bete auch, manchmal auch öffentlich: Ich habe schon im Radio gebetet, bei Schulfesten oder in Festzelten.

Anscheinend hat öffentlicher Glaube andere schon immer geärgert. Schon bald nach Jesu Tod haben die ersten Christen erzählt: Er ist auferstanden. Da hat man ihnen unterstellt, sie seien betrunken. Ich frage mich: Was hat dieser Nmecha verkehrt gemacht? Er hat niemanden gedrängt, mitzubeten. Die Olympiasiegerin im Kugelstoßen hat im vergangenen Jahr auch von Gott gesprochen und ihm für ihren Sieg gedankt. Das fanden alle irgendwie „süß“. Sie durfte sogar ein religiöses Lied im Fernsehen singen. Und dass Fußballspieler sich auf dem Platz bekreuzigen oder nach einem Tor zum Himmel zeigen, das sieht man ganz oft.

Natürlich weiß ich, dass Gottvertrauen nicht magisch wirkt: Je mehr Gebet und Glaube, desto mehr Erfolg. Christlich scheint mir im Grunde das Gegenteil: Hat Jesus nicht gesagt, Gott ist besonders bei den Verlierern, den Mühseligen und Beladenen? Ich weiß auch, dass Felix Nmecha sich früher gegen Homophilie ausgesprochen hat. Aber öffentlich, im Zusammenhang der Weltmeisterschaft, habe ich davon nichts gehört. Er hat gebetet. Aber „Christusfimmel“?

Nach einer Auseinandersetzung geht Streit oft unendlich weiter. Es kommt zu Vergeltung und Rache und neuem Streit. Wie schön wäre es, wenn Gegner sich umarmen, vielleicht sogar miteinander beten könnten, wie Felix Nmecha und die Spieler aus Curaçao!

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?

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