Direkt zum Inhalt
Portraitfoto von Mechthild Werner
Mechthild Werner meint

Taktlose Trumpelei: Mr. President als Erlöser?

Das Foto zeigt das Weiße Haus in Washington, D.C. Kolumne
Canva

He did it again. Meine Kolumne eins sollte sich um eins drehen, um moderne Kirchenmusik. Stattdessen der alte Popsong: „Oops, I did it again“, trällert Britney Spears. „Ups, ich hab’s wieder getan.“

Nein: Er hat es wieder getan. Der Unsägliche, über den fast alles schon gesagt wurde – Trumpel, der er ist. Laut eigener Aussage der Allerbeste, der Weiseste, der Friedensengel. Selbst Papst ist er gewesen. Auf einem Foto, mithilfe Künstlicher Intelligenz. Der Trump-Papst. Vielleicht war das sogar noch witzig.

Nun aber Trump-Jesus. Als Erlöser hat er sich inszeniert. Wohl ohne jedwede Intelligenz. Das „Oops“ in den News war laut. Der Erlöser wurde flugs zum Retter im Arztkittel stilisiert. Die Empörung aber hielt an. Zu Recht. Ein Machtmensch als der Ohnmächtige am Kreuz? Ein Kriegstreiber als Friedefürst? Nicht lustig, schrien selbst Trump-Fans.

Was war da los? Der Papst war los, der echte, Leo XIV., aus den USA. Der die Idee Vereinigte Staaten liebt, der vereinen will. Der zu Ostern weder Waffen noch Kriege lobpreist, auch nicht gegen Iran. Der tut, was er in Gottes Namen tun muss: zum Frieden mahnen.

„Schwach“ sei dieser Papst, „schrecklich“ seine Haltung, geifert Mister President, alias Erlöser. Der sich mit vorgeblich Bibeltreuen schmückt. Mit Bibel in der Hand, aber sicher nicht im Herzen. Fast möchte ich schreiben: Erlöse uns von den Blöden. Aber nein, das ist kein Spaß. Eher scheint mir die Jesusbitte bitter nötig: Erlöse uns von dem Bösen.

Gemeint ist nicht nur das Getrumpel im Weißen Haus. Böse tönen auch hier wieder manche Lieder. Das Geprotze der Partei in Blau: Wer laut brüllt, hat recht. Wer Schwache vertreibt, ist stark. Wer anderen aufs Maul haut, siegt. „Gott im Himmel lacht über sie“, spottet das Psalmlied (2,4) über Möchtegern-Mächtige. Damit uns das Lachen nicht vergeht, hilft nur, gegen jede Großmäulerei den Mund aufmachen. Und ein Lied schmettern. Was mit viel Liebe und Herz. Oops, we did it again.

Das meint Mechthild Werner. Und was meinen Sie?

Sagen Sie uns auf Facebook Ihre Meinung: zu unserer Facebook-Seite

Weitere Kolumnen