Lucie Panzer
Lucie Panzer meint

Welt und Kirche enkelgerecht hinterlassen

„Wer will Veränderung? Da gehen alle Hände nach oben. Wenn man fragt: Wer will sich verändern, dann meldet sich keiner.“ Das habe ich im Wirtschaftsteil meiner  Zeitung gelesen. Gesagt hat das Matthias Lapp, Vorstandschef eines Stuttgarter Großunternehmens. Der 40jährige leitet das Familienunternehmen in der 3. Generation und meint: Die Welt verändert sich rasend schnell. Das erfordert Veränderungswillen und Flexibilität.

Ich lese den Wirtschaftsteil nicht so oft aber diesmal hat es sich für mich gelohnt. Seine Beobachtung gilt ja nicht nur für die Industrie. Sie gilt in eigentlich allen Bereichen unseres Lebens. Ich denke an den Klimawandel. 85% der Menschen in unserem Land sagen: Dagegen müsste die Regierung mehr tun. Aber der Stuttgarter Flughafen meldet mehr Flüge als vor Corona. Und die Buchungen der Reiseunternehmen sind auch mehr geworden. Verzichten wollen nur wenige, oder Urlaubsziele ausdenken, die die Umwelt weniger belasten. „Ich lasse mir nichts vorschreiben und nichts verbieten“ sagen da die meisten. Und in den Gemeindeversammlungen kann man Ähnliches erleben. Die Gemeinde schrumpfen. Gebäude sind renovierungsbedürftig und die Frage ist, ob Geld da ist für die Renovierung.  Sie wurden gebaut, als es  noch ein Drittel mehr Gemeindeglieder gab. „Die Kirche muss etwas tun“, das sagen viele. „Aber bei uns soll es bleiben, wie es immer war“, sagen sie dann auch. „Vor 20 Jahren sind meine Kinder hier getauft worden. Vor 50 Jahren war ich hier in der Jungschar. Das war so schön! Das muss erhalten bleiben!“ Dabei sind sonntags kaum 30 Menschen im Gottesdienst, weil der Sonntag heute anders genutzt wird als vor 50 Jahren. Und eine Jungschar und Pfadis gibt es nicht mehr. Die Kinder gehen auch nachmittags zur Schule.

Man muss neue Konzepte entwickeln für eine Zeit, die sich verändert hat. Das vorhandene Geld muss man dafür aufwenden, finde ich. Der Unternehmer, der in der Zeitung vorgestellt wurde, findet „Wir wollen die Welt enkelgerecht hinterlassen“. Das sollten wir uns auch für die Kirche vornehmen, finde ich. Gerade wir Großväter und Großmütter mit den schönen Erinnerungen.

 

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