Franz von Assisi gilt als Liebhaber der Tiere. Das entspricht seiner besonderen Beziehung zu der Gesamtheit der Schöpfung. Lange bevor man von „Bewahrung der Schöpfung“ gesprochen hat, war für ihn ein geschwisterlicher Umgang mit allem, was lebt, selbstverständlich. Seine theologisch begründete Nähe zur Tier- und Pflanzenwelt hat mich schon immer beeindruckt. Weil Gott die Tiere auch heilig sind als unsere Mitgeschöpfe, sollten wir im Geiste des Franz von Assisi sensibler alle Arten schützen und ihre Lebensräume erhalten. Sie kommen wie wir aus der Schöpfungswerkstatt Gottes.
Das weiß ich erst richtig zu schätzen, seit ich mich vor Jahren mit einem Pferd angefreundet habe. Es war damals gerade drei Jahre alt, ein bildhübscher Haflinger, wild, wunderbar und noch namenlos. Nachdem wir beschlossen hatten, zusammen das Reiten zu lernen und Kutsche zu fahren, sollte ich ihm dann natürlich auch einen Namen geben.
Das hat ja eine alte biblische Tradition. Denn als Gott die ganze Welt erschaffen hat, da hat er nach biblischem Bericht entschieden, dass die Menschen sich die Namen für die Tiere ausdenken sollen.
Also wollte ich meinem Schöpfungsauftrag nachkommen und habe für meinen Haflinger den Namen Anton vorgeschlagen. Da hat aber der kompetente Züchter heftig mit dem Kopf geschüttelt und mir erklärt, dass alle männlichen Vorfahren meines Wallachs einen Namen mit ST am Anfang gehabt hätten, wie Steinadler oder Standard zum Beispiel. Und so müsste es auch jetzt weitergehen wegen des Stammbaumes.
Da habe ich kurz nachgedacht, mich an Franz von Assisi erinnert und dann subito den Anton heiliggesprochen. Seitdem heißt es Sankt Anton. Wenn man das schreibt, dann steht ja auch ein ST am Anfang. Also alles korrekt. Anton ist mir heilig. Franz von Assisi stimmt mir zu. Und Anton wirklich auch – manchmal, hoch und heilig!