Die Bibel erzählt von der Erschaffung des Menschen: Gott setzte Adam in den Garten Eden, „damit er ihn bebaute und bewahrte“. Adam soll im Paradiesgarten nicht nur „chillen“, er soll was tun. Arbeit ist Auftrag und gehört von Anfang an zum Leben dazu. Es ist ein Segen, wenn wir „bebauen und bewahren“ können.
Natürlich genießen wir auch unsere Urlaubswochen, etwa in der Sommerzeit, wenn wir Abstand vom Arbeitsalltag bekommen, aber dennoch.
Was jedoch ist mit denen, die krank sind und nicht arbeiten können? Oder mit denen, die gerne arbeiten würden und untätig in einer Notunterkunft sitzen? Und fragen wir mal die, die mit Mitte fünfzig ihren Job verlieren und sich wie „Alteisen“ fühlen? Die Soziologen bestätigen es: Wir Menschen sind schwer betroffen, wenn wir nichts zu schaffen haben. Arbeit gehört zum Leben dazu. Gott gab Adam den Auftrag: Bebaue und bewahre den Garten.
Die Bibel lehrt außerdem: Der Garten braucht den Gärtner. Adam kommt nicht als Fremdkörper hinein. Sondern Gott erschuf zuerst Adam und danach den Garten, damit durch dessen Arbeit der Garten erblühen kann. Nach Ansicht der Menschen in der „alten Welt“ schien klar zu sein: Nur mit dem Menschen ergibt die Schöpfung Sinn. Nur durch sein ordnendes und bewahrendes Eingreifen funktioniert die Sache. Heute erschreckt uns dieser Gedanke. Denn wir wissen, dass die Erde unter der Last der Menschen stöhnt und ächzt. Statt Ordnung und Bewahrung sehen wir Chaos, das durch Menschenhand angerichtet wird. Wir brauchen Umweltschutz- und Klimaschutz-Maßnahmen, um gegenzusteuern.
Viel erschreckender noch: Schon in vorhistorischer Zeit gab es gravierende Veränderungen der Umwelt überall dort, wo der Mench auftrat. Aus Südafrika ist bekannt, dass der Mensch in der Altsteinzeit (ca. 120 000 v. Chr.) durch intensive Jagd eine Antilopenart ausgerottet hat. Die heute kargen Landstriche am Mittelmeer waren alle bewaldet bis zur Römerzeit, als die Wälder abgeholzt wurden. Durch Handel und Wandel der Menschen werden Tier- und Pflanzenarten eingeschleppt, die eingespielte Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen. Wir verändern die Schöpfung permanent. Wir bebauen die Erde, aber genau das ging noch nie ohne Zerstörung für die Naturräume ab. Was ist nur schiefgelaufen, dass die Schöpfung durch uns aus den Fugen geraten ist?
Nach jüdischer Tradition hat das Glück des ersten Gartens keine 24 Stunden gedauert. An dem Tag, als Adam den Paradiesgarten erblickte und anvertraut bekam, verlor er ihn auch durch seine Schuld. Wir alle haben den Auftrag verfehlt, weshalb das Leben anstrengend geworden ist. Wir wünschen uns das Paradies zurück. Denn wir sehnen uns nach dem, was in diesem Garten so gut war: Den Frieden mit Gott, die Harmonie mit der Schöpfung, das fröhliche Ja zu Gottes Auftrag. Nun aber leben wir jenseits von Eden.
Zum Glück wissen wir aber auch, dass es einen neuen Garten geben soll. So wie der Landschaftsgärtner einen Plan entwirft, mit dem er aus einer chaotischen Wildnis eine wunderschöne Gartenanlage machen kann, so steht Gottes Plan fest. Er hat schon einen „neuen Adam“ geschickt. Sein Sohn ist auf unsere geschundene Erde gekommen. Jesus Christus bahnt uns den Weg ins neue Eden. Im Eingangsbereich des himmlischen Gartens steht die Gemeinde Jesu. Im Glauben haben wir schon erkannt, wohin unser Weg führen wird.