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Impuls

Verkündigung und Diakonie

Impuls zum 13. Sonntag nach Trinitatis: Apostelgeschichte 6,1-7.

Apostelgeschichte 6,1-7

Als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen. Die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia.

Porträt von Heike Ehmer-Stolch
privat
Heike Ehmer-Stolch ist Pfarrerin der Heckengäu-Gemeinde in Simmozheim, Dekanat Calw-Nagold.

In der Urgemeinde in Jerusalem war auch nicht alles perfekt! Schnell zu wachsen, bringt so manche Herausforderung mit sich. Wie organisieren wir das alles? Wer ist wofür zuständig? Haben wir noch alle im Blick?

Die erste Herausforderung ist ein zutiefst menschliches Problem: Die griechischen Judenchristen fühlten sich übersehen. Sie hatten herausgefunden, dass ihre Witwen – die Schwächsten in der sozialen Rangordnung – offensichtlich nicht gleichermaßen versorgt wurden wie die Witwen der hebräischen Judenchristen. Es ist kritisch, wenn sich eine Gruppe abgehängt oder über­gangen fühlt. Das untergräbt die Gemeinschaft, stellt letztlich das Evangelium in Frage.

Die zweite Herausforderung in der größer gewordenen Gemeinde lag in der Überforderung der Mitarbeitenden. Die Apostel spürten zunehmend, dass sie nicht für alle Belange der Gemeinde Zeit und Kraft hatten. Sie konnten nicht alles selbst leisten, nicht alle Erwartungen erfüllen. Sie sahen jedoch sehr deutlich die Grundbedürfnisse der Menschen: tägliche Mahlzeiten, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Diakonisches Handeln ist notwendig. Die Schwächsten dürfen nicht aus dem Blick geraten. Wir müssen sie versorgen, als christliche Gemeinde ist das unsere Aufgabe. Aber wer diese Aufgabe übernimmt, das muss neu besprochen und festgelegt werden. Schließlich darf die Verkündigung des Evangeliums, die zweite Kernaufgabe der Verantwortlichen, nicht vernachlässigt werden.

Mit der Einsetzung von Diakonen, „Armenpflegern“, haben die Apostel sich beiden Herausforderungen gestellt und eine Lösung der drängenden Probleme versucht. Sieben rechtschaffene Männer, die fest im Glauben stehen und „voll des heiligen Geistes und Weisheit sind“, werden zu diesem neuen Dienst berufen. So wird in der jungen Kirche ein weiteres Amt neben dem Apostelamt geboren. Und klar ist, beide gehören für die Gemeinde zusammen. Diakonie und Verkündigung kann man nicht voneinander trennen.

Interessant an dieser Stelle der Apostelgeschichte ist auch die Namensliste der ersten Diakone. Es handelt sich durchweg um griechische Namen. Offenbar sollte auch das zeigen: Ihr griechischen Judenchristen seid nicht vergessen. Bei uns kommt niemand zu kurz. Wir leben gerechte Gemeinschaft.

Und dass die junge Kirche sich langsam zur Institution entwickelt, was nichts Schlechtes ist, zeigt die Geschichte außerdem: Ämter geben Struktur und Verlässlichkeit. Zuständigkeiten können geklärt werden. Ein Amt kann das andere ergänzen und entlasten. Und: Wer ein Amt antritt, soll sich der Fürbitte der Gemeinde und des Segens sicher sein dürfen.

Der Wochenspruch der kommenden Woche erinnert uns alle, dass unsere Kirche immer auch eine diakonische Kirche ist. Mitarbeitende in den Einrichtungen verdienen Wertschätzung. Sie verrichten keine geringere Arbeit als die, die predigen. Verkündigung soll uns einladen, den Nächsten nicht aus dem Blick zu verlieren, und Helfende dürfen wissen, dass auch ihr Dienst Evangelium an der Welt ist. „Was ihr getan habt einem meiner Geschwister, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus Christus.

Gebet

Herr Jesus Christus, immer wieder begegnen wir hilfsbedürftigen Menschen. Öffne unser Herz für ihre Not. Lass uns zuhören und achtsam sein. Gib uns den Mut, selbst zu helfen oder auf Hilfe zu verweisen. Lehre uns zu teilen. Und lass uns darin deinen Segen erfahren. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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