Der vierte Advent: Vier Kerzen brennen. Weihnachten steht vor der Tür. Noch einmal geht es ums Warten, ums Sehnen – aber nicht ins Ungewisse, sondern in Gewissheit. Der Apostel Paulus trifft in seinem zweiten Korintherbrief genau diesen Ton. Er wird angegriffen, man wirft ihm Unzuverlässigkeit vor: erst ja, dann nein, unklare Zusagen. Seine klare Antwort: „Gott ist treu. In Christus ist das Ja.“
Ein klares Ja! – Kein Zögern, kein Wanken. Gott kennt kein „möglicherweise“ oder „eventuell“. In Jesus Christus hat er sein Ja gesprochen – und zwar eindeutig. Apostel Paulus macht deutlich: Alle Verheißungen, die die Bibel kennt, haben in diesem Ja ihre Erfüllung und ihr Ziel. Und wenn die Gemeinde darauf „Amen“ sagt, ist das kein leerer Nachklang, sondern Echo dieses göttlichen Wortes. Advent heißt: Gottes Ja hat längst Gestalt angenommen, und wir dürfen uns darunter stellen.
Paulus verwendet Bilder, die an gesalbte Könige und Propheten erinnern. Wer gesalbt wurde, erhielt eine besondere Würde und Berufung – Könige wie David, Propheten wie Elija, selbst Priester wurden durch das Salböl in ihre Aufgabe hineingestellt. Salbung bedeutet: Gott hat dich ausgewählt, er gibt dir Anteil an seiner Kraft, er legt seine Hand auf dein Leben. So erinnert Paulus die Gemeinde: Ihr seid nicht einfach zufällig da. Ihr seid von Gott bestätigt, von ihm in Dienst genommen.
Dazu kommt das Siegel, das für Schutz und Zugehörigkeit steht. Beides zusammen sagt: Ihr seid nicht haltlos, ihr seid Gottes Eigentum. Der Geist schließlich ist wie ein Vorschuss, ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Theologen nennen das ein „Unterpfand der Ewigkeit“. Schon jetzt ist er da, schon jetzt gibt er Halt – und zugleich weist er auf die Vollendung.
Damit sind wir mitten im Advent. Warten und Erfüllung, Sehnsucht und Gewissheit liegen dicht beieinander. Wir haben ein Verlangen in uns nach Nähe, nach Licht in dunklen Zeiten, nach einem Wort, das bleibt. Paulus verspricht: Dieses Wort gibt es. Es ist kein schwankendes Ja-und-nein, sondern ein verlässliches Ja. In Christus hat Gott sich festgelegt – und dieses Wort gilt auch dann, wenn unser eigenes Leben voller Fragezeichen ist.
So ist der vierte Advent mehr als die letzte Station vor Weihnachten. Er ist eine Einladung, das Ja Gottes anzunehmen – und unser Amen darunter zu setzen. Das kann leise geschehen, im stillen Gebet. Es kann laut erklingen, im Gesang der Gemeinde. Es kann sichtbar werden, wenn Menschen aus diesem Vertrauen heraus handeln. Advent ist dann nicht nur Stimmung mit Kerzen und Düften, sondern Grundhaltung: Wir leben aus einem Ja, das stärker ist als jedes menschliche Nein, Amen!