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Impuls

Grunderneuert

Impuls zum Reformationstag: Matthäus 10,26-33. Von Ralf Albrecht

Matthäus 10,26-33

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern. Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Prälat Ralf Albrecht
Foto: Gottfried Stoppel
Ralf Albrecht leitet die Prälatur Heilbronn.

Evangelischer Feiertag: Reformationstag, Kirchenrenovierung. Am 31. Oktober 1517 – da wurde wohl ein Schriftstück hingeheftet – Erneuerungsthesen. Denn zu jener Zeit war vieles in der Kirche der alte Trott.

Und auch wir erleben sie immer wieder so – die Kirche, wie ja auch unser Leben. Ganz und gar nicht neu, sondern unvollkommen, voller Fehler, sodass es genug zu jammern gibt. Übers Leben und über die Kirche. Und doch: Neues wird. In unserem Leben und für unsere Kirche. Deshalb feiern wir das Reformationsfest. Wir hoffen auf ständige Erneuerung unserer Kirche, die in unserem persönlichen Leben beginnt. Wie? So wie im eingangs zitierten Matthäus-Text.

In drei Schritten schauen wir nach, wie sich Kirche heute erneuern kann. Der erste Schritt lautet Mission: „Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht. Und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.“ Wer Kirche erneuern will, braucht eine Mission. Neuigkeiten müssen unter die Leute – und das ist kein Muss, das ist ein Bedürfnis.

Und jetzt haben wir etwas Neues! Das Evangelium, die frohe, neue Botschaft. Jesus, für uns aus lauter Güte gekommen, gestorben und auferstanden. Das ist solch eine einzigartige Botschaft, dass niemand sie für sich behalten kann. Und so steigen wir der Welt und der Kirche aufs Dach. Besser ein paar wenige Dachschäden als bedrohliche Herzrhythmusstörungen. „Wenn die Kirche ein Herz hätte, ein Herz, das noch schlägt, dann würden Evangelisation und Mission den Rhythmus des Herzens der Kirche in hohem Maße bestimmen“, stellte der Theologe Eberhard Jüngel fest.

Im zweiten Schritt geht es um Mut: „Fürchtet euch nicht!“ Zweimal ermutigt Jesus seine Jünger mit diesem Signal. Und weiß es, wie sie, nur zu gut: Wer vor Menschen von Gott spricht, hat Angst. „Fürchtet euch nicht!“ Riesiger Trost mitten in meiner massiven Angst. Aufrichtende Worte für mein gebeugtes Herz.

Das ist kein Wort für sowieso Stabile – so nach dem Motto: „Kopf hoch!“– , sondern es lässt Angstgejagte aufatmen. Welches Beispiel verwendet Jesus, um uns die Angst zu nehmen? Die Spatzen. Keiner dieser Bewohner unserer Gärten ist Gott einerlei. Um jede Spatzensorge kümmert sich Gott. Wie viel mehr um uns. Fürchtet euch nicht!

Der dritte Schritt heißt Meinung: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ Das klingt hart. So, als ob hier gemeint wäre: Pass bloß auf, wie du dich in jeder neuen Situation zu Jesus stellst. Ein falsches Wort, und die Sache ist vorbei für dich. Dann bist du für mich weg vom Fenster. Was aber ist hier gemeint? Das ganz -andere: zu meinem Glauben einfach stehen, meine Meinung vertreten, nicht hinterm Berg halten. „Tritt fest auf, mach’s Maul auf.“ So wird Kirche neu. Und wir mit: Gottes Mission, Mutausbrüche, klare Meinung.

Gebet

Siehe Herr, ich bin ein leeres Gefäß, das bedarf, dass man es fülle. Mein Herr, fülle mich. Ich bin schwach im Glauben, stärke mich. Ich bin kalt in der Liebe, wärme mich und mache mich glühend, dass meine Liebe herausfließe auf meinen Nächsten. Amen.

Martin Luther

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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