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Impuls

Sein Name ist Immanuel

Impuls zum Zweiten Weihnachtstag: Matthäus 1,18-25.

Matthäus 1,18-25

Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war. Josef aber, der sie nicht in Schande bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu verlassen. Da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: 'Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben', das heißt übersetzt: Gott mit uns.

Porträt von Gerlinde Hühn
Foto: Anita Gröh
Gerlinde Hühn, Dekanin im ­Ruhestand, lebt in Geislingen an der Steige.

Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einer jungen Frau, die ungewollt schwanger wird, und von einem Mann, der zu seiner Partnerin hält, obwohl er nicht der Vater ist. In den ersten Kapiteln seines Werkes kommt es dem Evangelisten Matthäus darauf an zu zeigen, dass der Glaube an Jesus als Christus, den Sohn Gottes,, seine Grundlage im Handeln Gottes hat. Mit Ostern hat Gottes Wirken in der Auferweckung Jesu seinen Höhepunkt erreicht. Durch die Voranstellung der Erzählung um Maria erweitert Matthäus das Fundament des Osterglaubens. Das Osterlicht entzündet quasi das Weihnachtslicht. Durch die Geschehnisse um seine Geburt beglaubigt Gott selbst das Geschehen um Jesus.

Der lange Stammbaum, den Matthäus voranstellt, endet bei dem Adoptivvater Jesu, dem Manne Marias: „Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus.“ Der Sohn Davids wird Jesus also durch Josef, der nach dieser Erzählung gar nicht der Vater Jesu ist. Der verheißene Messias muss nach der Prophezeiung vom Samen Davids abstammen (2. Samuel 7,14-16). Die Geburt von der Jungfrau Maria ist damit nicht zu vereinbaren. Allerdings ist das Bekenntnis zu Jesus als dem Davidssohn historisch alt und wird bereits vor Paulus bezeugt (Römer 1,3).

Josef war zuerst irritiert, er hatte wohl den Verdacht auf Ehebruch, aber der Engel des Herrn erscheint ihm im Traum. Er verweist auf den Heiligen Geist. Die Rede vom Heiligen Geist bezieht sich auf die göttliche Schöpferkraft aus 1. Mose. Damit wird die göttliche Transzendenz gewahrt. Die Trinität ist nicht im Blick. Es geht auch nicht um die heidnische Vorstellung eines Verkehrs der Götter mit Menschen wie in Ägypten.

Matthäus verweist auf das Wort des Propheten Jesaja (7,14): „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden …und sie werden ihm den Namen Immanuel geben.“ In der hebräischen Bibel ist allerdings von einer „jungen Frau“ die Rede. Die Übersetzung „Jungfrau“ in der griechischen Bibel ist bereits von der christlichen Interpretation beeinflusst. Jesus, oder Jehoschuah, bedeutet „der Herr ist Hilfe.“

Manche Menschen tun sich schwer mit diesen Weihnachtsgeschichten. Viele Probleme stecken in diesem Bericht. Warum spielt Maria die Hauptrolle, und was bedeutet eine Jungfrauengeburt? Deshalb sei hier nicht allzu viel zu diesem Thema gesagt, nur so viel: Es stimmt! Man muss die Jungfrauengeburt nicht glauben. Die Erzählung ist in meinen Augen eine fromme Legende, allerdings voll hintergründigen Tiefsinns. Es wird die Herkunft Jesu aus Gottes Willen ausgedrückt: „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.“

Gebet

Jesus Christus, du Friedenskind, klein und zart. Sei stark für die Kinder der Welt und segne sie in dieser Nacht. Du Friedenskind, verfolgt von den Mächtigen, du musstest nach Ägypten fliehen. Umsorge die Obdachlosen und Flüchtlinge und schütze sie in dieser Nacht. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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