Impuls

Vom Gottesglauben

Impuls zum Sonntag Okuli 1. Petrus 1,18-21

1. Petrus 1,18-21 

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund -gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

privat
Hans-Ulrich Bosch arbeitet als Gemeindepfarrer in Gussenstadt (Dekanat Heidenheim).

Um das Jahr 80, als der 1. Petrusbrief geschrieben wurde, gab es noch keine großen Gemeinden und Kirchen. Die wenigen, die an Jesus Christus glaubten, waren ein bunt gemischter Haufen aus Sklaven, Frauen und einigen Bürgern. Sie lebten als kleine Minderheit in einem heidnischen Umfeld. Ihre Mitmenschen begegneten ihnen anfangs gleichgültig. Dann wurden die Reaktionen immer aggressiver. Es kam zu den ersten Christenverfolgungen.

Eine kleine Gruppe sein und immer wieder für den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus angefeindet werden – das fiel den Christinnen und Christen nicht leicht. Wäre es nicht viel einfacher, sich der Mehrheit anzupassen? Der 1. Petrusbrief macht ihnen in dieser Situation Mut: Haltet fest an eurem Glauben und lebt im Lichte Gottes! Weil ihr zu ihm gehört, seid ihr etwas ganz Besonderes: Salz der Erde und Licht der Welt. Gott hat euch als Boten auserwählt, damit ihr seine großen Taten unter den Menschen verkündet. Aus der Finsternis hat er euch befreit und in sein wunderbares Licht gerufen.

Der 1. Petrusbrief möchte die Christen damals und auch uns heute daran erinnern, wie es war, als wir zum Glauben gekommen sind. Oft beschreiben es Menschen als ein Freiwerden von Enge und Zwängen oder als tiefe Freude darüber, am Ende einer langen Suche zu sein. Allerdings kann es sein, dass der Glaube mit der Zeit verflacht. Die Begeisterung des Anfangs weicht einer müden Routine im Alltag. Im Hinblick darauf erinnert unser Text daran, wie wichtig es Jesus ist, dass wir zu ihm gehören. Mit Geld kann man nicht messen, wie sehr wir Jesus am Herzen liegen. Seine Zeit, seine Kraft, ja sogar sein Leben hat Jesus dafür geopfert, dass wir Gott als unseren liebenden Vater erkennen. Und dass seine Liebe stärker ist als Leid und Tod, ist Hoffnung für unser Leben und darüber hinaus.

Den Glauben an Gott nicht verstauben lassen und die Hoffnung auf ihn bewahren – das ist dem 1. Petrusbrief wichtig. Und die Passionszeit bietet Raum, um darüber nachzudenken. Vielleicht mit diesen drei Fragen:
Wissen wir noch, dass wir befreit sind? Ein Blick auf unsere Anfänge im Glauben kann uns dabei helfen, auf unserem Lebensweg wieder zu erkennen, wie tröstlich und schön es ist, dass wir Gott an unserer Seite haben.

Wissen wir noch, wovon wir befreit sind? Obwohl wir in einem freien Land leben, fühlen sich viele Menschen gefangen. Die Angst vor der Zukunft, der Neid auf andere oder die Sorge, zu kurz zu kommen, haben sie fest im Griff. Wer glaubt, ist davon nicht ausgenommen. Doch er hat eine Medizin, die dagegen hilft: Beim Beten können wir alles Schwere vor Gott ablegen und dann wieder vertrauensvoll in die Zukunft schauen, weil er für uns sorgt.

Wissen wir noch, wozu wir befreit sind? Mit der Auferstehung Jesu hat Gott das Unmögliche möglich gemacht. Gott ist stärker als der Tod. Auch aus Bösem kann er noch etwas Gutes entstehen lassen. Deshalb sind wir zu einem Leben in Hoffnung berufen. Und es ist gut, wenn wir diese Hoffnung in einer Zeit, die von Unsicherheit und Krisen geprägt ist, mit anderen teilen. Damit auch sie Hoffnung finden und Gott loben.

Gebet

Jesus, unser Herr und Bruder, du hast dich hingegeben, damit wir frei werden von dem, was uns gefangen nimmt. Viele Menschen leben gerade in Angst und Sorge. Lass sie deine Nähe spüren, damit sie das Schwere ablegen können und wieder Freude an ihrem Leben finden. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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