Schienen im Garten, auf denen eine echte Lok mit 600 Millimeter Spurweite ihre Runden dreht: Manfred Schaibles Gartenbahn dampft und tuckert auf 250 Meter Rundweg durch das kleine Paradies. Sie begeistert seit 40 Jahren große und kleine Eisenbahnfans weit über seinen Heimatort Spiegelberg hinaus.
Vieles auf dem idyllischen Grundstück hat der Bastler selbst entworfen und gebaut: den Lokomotivschuppen etwa und sogar die Dampflok, die ein Dampfmotor antreibt. Aus einem ausgedienten Druckbehälter einer Heizungsanlage, befestigt auf einem Maschinenständer, entstand ein Wasserturm, mit dessen Hilfe sowohl die Dampflokomotive versorgt als auch Rosen und Gemüse bewässert werden.
Die erste seiner vier Dieselloks entdeckte der Englisch- und Französischlehrer durch einen Schüler. „Anstatt Hausaufgaben zu machen, fuhr Franz immer mit dem Moped rum. So sah er, dass die Ziegelei in Steinheim an der Murr aufgelöst wurde und eine Feldbahn zum Verkauf stand. Da konnte ich ihm nicht mehr böse sein“, schmunzelt Schaible.
Während der Schulzeit in Esslingen war ein Jugendaustausch mit der französischen Partnerstadt Vienne über mehrere Jahre hinweg prägend – nicht zuletzt für das zukünftige Bahnprojekt. Der Vater von Manfreds Austauschpartner Maurice arbeitete bei der Staatsbahn und wollte mithilfe übriger Feldbahnschienen Gartenbeete einfassen. In dem Paket waren auch alte Loren, also Kippwagen, die die Jungs auf die Schienen stellten. Die Idee, in eine Lore einen Motor einzubauen, kam von Manfred. Gesagt, getan. Für wenig Geld ließ sich ein 2CV-Motor samt Getriebe auftreiben und aus der Lore wurde eine Lokomotive.
1985 beim Spiegelberger Gemeindefest war dann die erste öffentliche Fahrt: Zwei Runden mit der Gartenbahn für 50 Pfennige brachte 200 Mark zugunsten der geplanten Mehrzweckhalle ein.
Der lokalpolitisch und kulturell engagierte fünffache Vater lebte mit seiner Familie dann von 1993 bis 1997 in Kairo, wo er neben seiner Lehrtätigkeit an der Deutschen Schule der Borromäerinnen auch für die Schulbusse Verantwortung erhielt. Danach kehrte er ins heimische Eisenbahnreich zurück.
Und auch seine Loks dürfen auf Reisen gehen. Für internationale Feldbahntreffen lädt Schaible sie hin und wieder auf den PKW-Anhänger.