Jonas Kachel lebt davon, ein Beschenkter zu sein, und hat das auch im Namen seines Unternehmens festgelegt: Sein Mahl. Früher dachte er, dass er derjenige ist, der alles kann, was er sich erarbeitet hatte.
Der Name soll mich daran erinnern, dass ich nie wieder die Bodenhaftung verliere
erklärt Jonas Kachel
Dass jeder Gaben hat, ausprobieren und auch Fehler machen darf, das kommt auch in Kachels Kochworkshops zum Ausdruck, die er hauptsächlich für junge Menschen anbietet – in Schulen, Jugendhäusern, Justizvollzugsanstalten und Jugendgruppen. Kachel setzt sich für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung mit regionalen Partnerschaften ein und begleitet Betriebe bei der Umstellung auf Bio-Qualität.
Und einmal im Monat kommt der Koch ins Backnanger Hospiz, um den Gästen dort ihr Lieblingsmenü zuzubereiten. Oft verbinden die Menschen mit Essenswünschen gute Erinnerungen. Einfache Gerichte wie Wurstsalat sind genauso gefragt wie Kaiserschmarrn, Kässpätzle oder Wildgerichte. Kachel serviert ein bis drei Gänge. Es kommt auch vor, dass er hier ein Gericht zum ersten Mal kocht: Kutteln zum Beispiel.
Mit seiner Frau Angela, die die Jugendherbergen in Murrhardt und Heilbronn leitet, hat er das schönste Weihnachtsfest gestaltet, das er als Erwachsener erlebt hat: Unterschiedliche Menschen, von denen viele sonst einsam wären, feierten Heiligabend in der Murrhardter Jugendherberge, pflanzten einen Weihnachtsbaum, sangen, genossen ein buntes Programm und gutes Essen. Wer konnte, trug zehn Euro bei – willkommen waren alle.
Jonas Kachel hat noch einige Ideen, um Solidarität und gutes Essen zu verbinden. Ein großer Traum von ihm: mal wieder ein Restaurant zu eröffnen. Ein kleines. Mit wenigen Tischen, an denen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen zusammenfinden, AfD-Wähler und Geflüchtete zum Beispiel.
Gerade uns in Deutschland geht es doch immer noch so gut
sagt Jonas Kachel