Alltag in der Campingkirche Gohren
Es ist acht Uhr. Das Mitarbeiterteam der Campingkirche trifft sich vor dem Kirchenzelt, um gemeinsam mit Andacht und Frühstück in den Tag zu starten. Viola Schreiber betet zu Beginn: „Gott, wir bitten dich, dass du diesen Tag in deine Hand nimmst und die Kinderstunde segnest.“ Das Kinderprogramm gehört zu den am besten besuchten Angeboten, an dem täglich um die 60 Kinder teilnehmen. Es wird getanzt, gebastelt und gespannt beim Bibeltheater zugesehen.
Kirche anders erleben
Udo Mangold besucht seit über 30 Jahren den Campingplatz, ist mit der Campingkirche groß geworden und schickt mittlerweile seine Kinder zu den Veranstaltungen. „Das Angebot hier ist einfach klasse“, erzählt er, während er mit seinem vierjährigen Sohn beim Kinderprogramm ein Boot baut, das sie später auf dem See schwimmen lassen wollen.
Ich habe hier Kirche nochmal ganz anders erlebt. Hier ist alles einfach viel authentischer und lockerer und das macht richtig Spaß.
sagt Udo Mangold
Kritik an der Campingkirche: Wie das Team damit umgeht
Doch es gibt auch kritische Stimmen, erzählt die Campingkirchenleiterin. „Nicht jeder ist davon begeistert, dass es hier unser Kirchenzelt gibt. Wenn man die Rezensionen des Campingplatzes bei Google liest, gibt es ein paar, die kritisieren, dass wir hier vor Ort sind.“
Deswegen aufzuhören, kommt für das Team aber nicht infrage. „Wir erleben immer wieder, dass sich Menschen durch unsere Arbeit für Gott entscheiden und sogar taufen lassen“, berichtet Schreiber und ergänzt, manchmal gebe es auch tiefgehende Gespräche. „Neulich hat mir zum Beispiel eine Frau bei einem Kaffee erzählt, dass ihr Mann einen Herzinfarkt hatte.“ In solchen Momenten ermöglichen Schreiber und ihr Team ein seelsorgerliches Gespräch, das den Campern helfen soll, auch mit herausfordernden Situationen und Lebensphasen zurechtzukommen.
Glauben im Campingurlaub nahebringen
Ein Angebot, das zum diesjährigen Motto der Campingkirche „Gott ist Liebe“ passt. Denn Schreiber und ihr Team wollen den Campern vor allem durch einen freundlichen, wachsamen und liebevollen Umgang den Glauben nahebringen. Das fällt auch einer jungen Familie auf, die ein Grillfest der Campingkirche besucht. „Seit wir Kinder haben, kommen wir wirklich gerne hierher. Das Programm ist abwechslungsreich und man hat das Gefühl, dass hier wirklich jeder willkommen ist. Unsere Tochter weigert sich mittlerweile ins Bett zu gehen, bevor wir nicht hier waren“, erzählt die junge Mutter.
Und auch Udo Mangold bleibt der Campingkirche weiterhin treu. „Ich habe hier bei der Campingkirche meine erste Liebe kennengelernt“, erzählt er schmunzelnd.
Das hier ist ein Ort, der Menschen verbindet und einen immer wieder zum Nachdenken bringt. Wir kommen mit Sicherheit auch nächstes Jahr wieder.
sagt Udo Mangold