Über aktuelle Einordnungen hinaus sind die Klimadaten Gebhardt zufolge aber auch Grundlage für weitreichende Prognosen, wie sich Klimaänderungen auf das Münster auswirken. Durch den Rückgang des sogenannten sauren Regens hätten die schädlichen, schwarzen Gipsverkrustungen auf den Kalk- und Sandsteinen stagniert, hingegen habe der Moosbewuchs auf den Dächern und Mauern der Kirche zugenommen, erklärt Richard Géczi, Steintechniker der Münsterbauhütte.
Für die Bewahrung der historischen Bausubstanz des Münsters ist neben einer möglichst genauen Prognose in die Zukunft auch die Rückschau in die Vergangenheit unabdingbar, sagt Géczi. Es sei deshalb ein einmaliger Glücksfall, dass in der Münsterbauhütte in vielen Regalen noch Baupläne und Skizzen seit Baubeginn vorliegen. Dadurch lasse sich erschließen, welche Vorstellungen die früheren Baumeister hatten, was wiederum Grundlage für eine möglichst originalgetreue Restaurierung oder Ergänzung von schadhaften Teilen sei.
Als übergeordnetes Ziel aller Erhebungen und Baumaßnahmen sieht Gebhardt, den sakralen Riesenbau des Münsters möglichst im Originalzustand weit in die Zukunft hinein als eine offene Kirche zu bewahren.