Aber auch in der Bevölkerung in Bad Waldsee und darüber hinaus kommen die Social-Media-Aktivitäten der Kirchengemeinde gut an. Der Pfarrer wird beim Einkaufen darauf angesprochen, und hin und wieder melden sich auch ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrem Seelsorger, schlagen Themen vor und tauchen gelegentlich im Gottesdienst auf.
Auf dem Instagramkanal @evangelischekirchebadwaldsee hat die Kirchengemeinde bereits 1270 Follower, und das gibt natürlich Auftrieb. Ein Grund, warum sie sich auf diesen Kanälen so engagiert:
Wir dürfen dieses Feld nicht allein den Rechtspopulisten überlassen
sagt Wolfgang Bertl
Es gelte, Hetze und Hass zu begegnen, auch wenn gerade diese Einträge besonders hohe Klickzahlen haben. Kirche und Glaube sollten dagegenhalten und sich auf den Plattformen darstellen. So sind auf dem Account selbstverständlich auch kurze Reels mit theologischen Inhalten platziert. „Was ist Sünde?“, „Was bedeutet Gnade?“, „Welches ist das kürzeste Buch der Bibel?“ Diese Themen textet der Pfarrer mit großer Leidenschaft in aller Kürze an. „Ich möchte hier Theologie erklären, wie ich sie im Kopf und im Herzen habe.“
Auch politisch spricht er Klartext. US-Präsident Donald Trump bietet natürlich viele Angriffsflächen, aber Bertl richtet an diesem Nachmittag den Fokus eher auf die angeblich christliche Führung im Weißen Haus.
Ohne Aaron wäre die Gemeinde in Sachen soziale Medien sicherlich nicht so auf dem neuesten Stand. Ehrlicherweise räumt Bertl ein, dass der 17-Jährige die meiste Arbeit damit hat. Er beherrscht das Equipment, liefert Programm-Vorschläge, steht hinter und vor der Kamera, schneidet die Filme, bereitet nach und füttert dann die Kanäle.
Doch Aaron Leipziger räumt durchaus auch die Gefahren ein, die für die Jugend von Instagram, Tiktok und co. ausgehen. Deshalb begrüßt er die Beschränkung der Nutzung für Kinder und Jugendliche. Er wäre dafür, auch in Deutschland die Altersgrenze bei 16 Jahren einzuführen.